Die Forschungsarbeit «island» ist das erste Fragment der Research Hybridlandscape. Die Arbeit setzt in Brandenburg an. Dort werden Extremwetterereignisse wie sommerliche Dürreperioden und Überflutungen zunehmend zur Herausforderung. Die Havel und ihr Einzugsgebiet sind besonders betroffen, da trotz bestehender Infrastruktur zur Flussregulierung das Wasser unberechenbar bleibt. Hochwasser aus der Elbe staut sich zurück, die Ufer treten über, und landwirtschaftliche Flächen können das Wasser nicht aufnehmen, was zu Ernteverlusten führt.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben wir das Szenario einer schrittweise Renaturierung der Havel und ihrer angrenzenden Flächen durchgespielt. Indem wir Deichabschnitte zurückbauen und Überflutungsgebiete wiederherstellen, geben wir dem Fluss seinen natürlichen Raum zurück. Durch die Wiedervernässung von Mooren und die Anbindung von Altwässern schaffen wir zusätzliche Überflutungsflächen, die den natürlichen Flussverlauf unterstützen. Ergänzt wird dies durch ein gesteuertes Überflutungsintervall, das sowohl natürliche als auch künstliche Überschwemmungen integriert.
Die Gedanken führen zu einer linearen Parklandschaft, die Brandenburg durchzieht und eine Mischung aus Naturraum und Freizeitnutzung bietet. Gleichzeitig transformiert sich die Landwirtschaft, indem sie auf die neuen Wasserverhältnisse reagiert und nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden integriert. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Minderung der Auswirkungen von Extremwetter bei, sondern schaffen auch einen zugänglichen Erholungsraum für die Region, in dem Naturschutz und Nutzung harmonisch ineinandergreifen.
w/ Ansgar Stadler (Architekt)
Medien Text, Mapping
Kollaborationen Julia Straussmann und Eva Eckert (Architektinnen, Berlin)
Support Lehrstuhl Prof. Günther Vogt (ETH Zürich) / Institut für angewandte Forschung und urbane Zukunft (FH Potsdam)
Format Vertiefungsarbeit ETH Zürich
Ort Zürich / Berlin
Datum Januar 2022 bis August 2022